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Schlüs­sel­fer­tig — bedeu­tet das pau­schal und ein­zugs­be­reit bauen?

10. Jun 2019

Was Sie als Bau­herr zum Begriff “schlüs­sel­fer­tig” wis­sen müs­sen:

 

Wenn man im Wör­ter­buch den Begriff  schlüs­sel­fer­tig ein­gibt, erhält man diese Infor­ma­tion:

schlüs·sel·fer·tig

/ˈʃlʏsl̩fɛrtɪç,schlǘsselfertig/

Adjek­tiv

(in Bezug auf neue Häu­ser und Woh­nun­gen) völ­lig fer­tig­ge­stellt und bezugs­be­reit.

 

Da denkt man doch als Bau­herr: Genau das will ich haben, oder?

Lei­der kann man sich aber auf die­sen Begriff auf kei­nen Fall ver­las­sen, denn: Wenn das Leis­tungs­ver­zeich­nis nicht voll­stän­dig ist, ist der Rechts­streit mit dem Unter­neh­mer bereits vor­pro­gram­miert.

Das müs­sen Sie zum Begriff “schlüs­sel­fer­tig” wis­sen:

Da in der Regel neben der in den Ange­bots­un­ter­la­gen ange­bo­te­nen schlüs­sel­fer­ti­gen Baue­r­errich­tung eine Bau- und Leis­tungs­be­schrei­bung ver­ein­bart wird, ist die Leis­tungs­pflicht des Unter­neh­mers und der ver­ein­barte Fest­preis kei­nes­falls pau­scha­liert. Das heisst kon­kret: 

Es gilt nur das, was im Ein­zel­nen ver­ein­bart wurde.

Fast immer erge­ben sich bei einer unge­nauen und unvoll­stän­di­gen Bau- und Leis­tungs­be­schrei­bung, trotz der ver­spro­che­nen schlüs­sel­fer­ti­gen Errich­tung, für die Bau­her­ren unvor­her­ge­se­hene Mehr­kos­ten.

Der Kon­text des Ver­tra­ges ist her­an­zu­zie­hen — das machen die Gerichte klar:

Die Gerichte machen klar, dass bei der Aus­le­gung des Begriffs „schlüs­sel­fer­tig“ der kom­plette Ver­trags­in­halt her­an­zu­zie­hen und ent­spre­chend aus­zu­le­gen ist.

Wenn eine Leis­tung als „schlüs­sel­fer­tig“ ange­bo­ten ist, bedeu­tet das nicht auto­ma­tisch, dass der Unter­neh­mer eine grund­sätz­lich kom­plett pau­scha­lierte Leis­tungs­pflicht hat. Und: Der Inhalt einer Leis­tungs­ver­pflich­tung des Bau­un­ter­neh­mers erschließt sich nicht aus einem phra­sen­hafte Begriff wie „schlüs­sel­fer­tig” oder „kom­plett“, son­dern aus dem Kon­text des gesam­ten Ver­tra­ges!

In der Regel wird neben der For­mu­lie­rung „schlüs­sel­fer­tig“ auch eine Leis­tungs­be­schrei­bung ver­ein­bart. Der Ver­trag ist dann so aus­zu­le­gen, dass anhand aller Ver­trags­un­ter­la­gen und unter Berück­sich­ti­gung aller Umstände des Ver­trags­ab­schlus­ses Rech­nung zu tra­gen ist.

In der Regel ist keine pau­scha­lierte Leis­tung ver­ein­bart!

In den meis­ten Fäl­len ist aber keine pau­scha­lierte Leis­tung ver­ein­bart. Die Folge: Vom Unter­neh­mer ist nur das ver­trag­lich geschul­det, was in der Bau- und Leis­tungs­be­schrei­bung ent­hal­ten ist.

Für den Laien schwer zu erken­nen:

Für einen Laien ist es schwer, zu erken­nen, ob das, was münd­lich ver­spro­chen wurde tat­säch­lich auch in der Leis­tungs­be­schrei­bung ent­hal­ten ist. Umso wich­ti­ger ist es, bei der Vor­be­rei­tung des eige­nen Bau­vor­ha­bens daran zu den­ken, die rich­ti­gen Exper­ten mit ins Team zu holen.

 

 

Das Herz­stück Ihres Eigen­heim­pro­jek­tes ist die Bau-und Leis­tungs­be­schrei­bung:

Die Gestal­tung des Herz­stücks des Ver­tra­ges, der Bau- und Leis­tungs­be­schrei­bung, ist der wich­tigste Mei­len­stein beim Bauen.
Dort als Bau­herr ver­ant­wor­tungs­voll mit­zu­wir­ken, den Inhalt ver­ste­hen, umset­zen und für sich ent­schei­den, ob der zu zah­lende Preis für die ver­ein­barte Leis­tung ange­mes­sen ist, ist ein span­nen­der und berei­chern­der Pro­zess.

 

 

Sie haben die Wahl!

Jeder Bau­herr hat die Wahl zu ent­schei­den, ob er die Wei­chen sei­nes Bau­vor­ha­bens selbst stellt, oder ob er die „es wird schon gut gehen”- Schiene fährt.

 

Wir laden all die­je­ni­gen, die sich für die eigene Ver­ant­wor­tung ent­schie­den haben, ein, sich mit dem BAUHERRENFÜHRERSCHEIN das dafür sinn­volle Know How anzu­eig­nen:

 

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4 essen­ti­elle Tipps von Manuela Rei­bold-Rolin­ger-
Damit Sie einen Bauvertrag unter­schrei­ben, der rechts­si­cher ist:

 

Tipp 1:

Zie­hen Sie VOR Unter­zeich­nung des Bau­ver­tra­ges einen bau­be­glei­ten­den Qua­li­täts­kon­trol­leur hinzu. Er ana­ly­siert die ange­bo­tene Bau­be­schrei­bung mit dem Ziel, Unklar­hei­ten aus­zu­räu­men und die Bau­be­schrei­bung für Sie als Bau­her­ren ver­ständ­lich zu machen.

Tipp 2:

Defi­nie­ren Sie selbst, was der gewünschte Ver­trags­in­halte ist.

Tipp 3:

Kon­kre­ti­sie­ren und gestal­ten Sie Ergän­zun­gen der Bau­be­schrei­bung gemein­sam mit dem Unter­neh­mer und dem hin­zu­ge­zo­ge­nen Fach­mann.

Tipp 4:

Unter­schrei­ben Sie nur einen Ver­trag, wenn Sie das, was in der Bau­be­schrei­bung ent­hal­ten ist, wirk­lich ver­ste­hen und aus Ihrer Sicht voll­stän­dig ist.

Zuge­ge­ben: Die Prü­fung und Ergän­zung der Bau­leis­tungs­be­schrei­bung erfor­dert eine gewisse Anstren­gung. Sie lohnt sich jedoch, da nur die kon­krete und voll­stän­dige Bau­be­schrei­bung vor Über­ra­schun­gen schützt.

Die bes­ten Ver­träge sind bekannt­lich die, die nach Unter­zeich­nung nicht zur Defi­ni­tion des Ver­trags­ge­gen­stan­des noch­mals aus der Schub­lade geholt wer­den müs­sen. Denn: 

Ver­träge sind zum Ver­tra­gen da!