Was bedeu­tet “bau­seits”?

18. Jan 2018

Immer wie­der wer­den Bau­her­ren mit Mehr­kos­ten wäh­rend der Bau­pha­se belas­tet, weil Sie bei Unter­zeich­nung des Bau­ver­tra­ges den Begriff „bau­seits“ über­se­hen oder falsch ver­stan­den haben.

Schaut man im Duden nach dem Wort „bau­seits“ dann fin­det man die Defi­ni­ti­on: „Bau­seits = vom Bau­her­ren aus­zu­füh­ren“ und die­se Defi­ni­ti­on bringt es auf den Punkt! Der Bau­herr hat die­se Leis­tung aus­zu­füh­ren und zu bezah­len.

Vie­le Bau­her­ren ver­ste­hen das Wort „bau­seits“ als im Risi­ko­be­reich des bau­aus­füh­ren­den Unter­neh­mers ste­hend und das ist genau falsch! Mit dem Wort „bau­seits“ ver­sucht der Unter­neh­mer oft typi­sche Maß­nah­men, die in sei­nem Tätig­keits­feld lie­gen, den Bau­her­ren durch den Ver­trag auf­zu­er­le­gen, um Kos­ten zu spa­ren. So haben die Bau­ver­trä­ge häu­fig den Hin­weis: „Bau­was­ser und Bau­strom bau­seits“ oder „Erd­aus­hub und Ent­sor­gung des Aus­hu­bes bau­seits“.
Das bedeu­tet damit, dass der Bau­herr die­se Arbei­ten orga­ni­sie­ren und auch finan­zie­ren muss. Das ist jedoch in vie­len Fäl­len nicht fair für einen Ver­brau­cher, der noch nie ein Haus gebaut hat, denn:

Eigent­lich schul­det der Bau­un­ter­neh­mer dem Bau­her­ren die Errich­tung des Hau­ses und dazu gehört auch der Strom und das Was­ser, das der Unter­neh­mer benö­tigt, um das Haus zu errich­ten, das heißt, Bau­was­ser und Bau­strom und das Bereit­hal­ten sind urei­ge­ne Unter­neh­mer­auf­ga­ben, die nicht auf den Bau­her­ren abge­wälzt wer­den dür­fen.

Beson­ders genau muss der Bau­herr hin­schau­en, wenn der Bau­herr die Bau­ge­neh­mi­gung „bau­seits“ zu erbrin­gen hat!
Wenn der Bau­herr sich die­ser Auf­ga­be nicht bewusst ist, kann es nicht nur teu­er wer­den, son­dern zu erheb­li­chen Bau­zeit­ver­zö­ge­run­gen kom­men.

Trans­pa­rent ist der Ver­trag aber auch nur dann, wenn der Bau­herr weiß, wel­che Kos­ten denn zu den ein­zel­nen „bau­seits“ gefor­der­ten Maß­nah­men anzu­set­zen und vor allen Din­gen ins Bau­bud­get ein­zu­kal­ku­lie­ren sind.

Daher der Tipp:
Wenn Sie Ihren Bau­ver­trag vom Unter­neh­mer erhal­ten, unter­schrei­ben Sie nicht direkt, son­dern neh­men Sie ihn mit nach Hau­se, lesen Sie ihn auf­merk­sam durch und unter­strei­chen Sie mit einem Stift das Wort „bau­seits“.

Häu­fig fin­det man dies hier:

-„Abfuhr über­schüs­si­ges Aus­hub­ma­te­ri­al bau­seits“ und
-„Erschlie­ßung und Haus­an­schlüs­se Kanal, Was­ser, Strom, Tele­fon und Gas bau­seits“ oder
-„Sämt­li­che Erd- und Kanal­ar­bei­ten wer­den kom­plett bau­seits aus­ge­führt“.

Fra­gen Sie Ihren Unter­neh­mer nach den genau­en Kos­ten für die bau­seits zu über­neh­men­den Leis­tun­gen und neh­men sie die­sen Betrag kon­kret in den Ver­trag auf, damit es nicht zu Über­ra­schun­gen kommt.
Unse­re Erfah­rung zeigt, dass, wenn der Ver­trag das Wort „bau­seits“ mehr als 2x ent­hält oder der Unter­neh­mer Ihnen die genau­en Beträ­ge nicht schrift­lich über­mit­telt, man den Ver­trag von einem Ver­brau­cher­bau­an­walt unbe­dingt prü­fen las­sen muss.  Der hilft Ihnen dabei, dass Sie nicht in die „BAU­SEITS-Fal­le“ tap­pen.

Mit unse­rem Exper­ten­netz­werk wird Ihr Bau­ver­trag rechts­si­cher gemacht!

Spre­chen Sie uns gern an, damit wir Ihnen ein indi­vi­du­el­les, kos­ten­frei­es Ange­bot zur Prü­fung IHRES Bau­ver­tra­ges zukom­men las­sen kön­nen.