Die 6 Meilensteine des optimalen Bauablaufs – #2

Meilenstein 2 – DAS BODENGUTACHTEN

„Wie man sich bettet, so liegt man.“ Dieses alte Sprichwort gilt auch für Ihr Haus. Die Gründung Ihres Hauses ist ein wichtiger Meilenstein im Bauablauf. Leider wird diesem IMMER viel zu wenig Beachtung geschenkt!

Bevor man überhaupt an die Unterzeichnung eines Bauantrages denken kann, MUSS ein Bodengutachten eingeholt werden. Baugrundinstitute gibt
es bundesweit und ganz sicher auch in der Nähe Ihres Bauvorhabens.
Je nach Größe des Hauses werden auf Ihrem Grundstück eine bis zwei Bohrungen durchgeführt. Die Kosten liegen üblicherweise zwischen
700 Euro und 1.500 Euro und sind gut investiert, denn erst mit Vorlage des Bodengutachtens und der- jedem Bodengutachten beigefügten- Gründungsempfehlung des Bodengutachters ist klar, wie ihr Grundstück bebaut werden kann.

Dabei geht es einerseits um die Frage, ob im Bereich der geplanten Aushebung mit Grund- oder Schichtwasser gerechnet werden muss, ob der Baugrund Wasser gut oder schlecht aufnehmen kann und auch um die Tragfähigkeit des Bodens. Abhängig von der Bodenklasse ist Ihre Bodenplatte auszuführen, je weniger tragfähig der Boden ist, umso stärker muss die Bodenplatte ausgeführt werden. Je weniger versickerungsfähig ihr Boden ist, umso besser muss ihr Haus gegen das Wasser abgedichtet werden. Hier können Mehrkosten von vielen 10.000 Euro entstehen, über die Sie frühzeitig Kenntnis haben müssen.

Das Bodengutachten macht auch Sinn im Hinblick auf mögliche unterirdische Überraschungen. Vor einiger Zeit kam ein entsetzter Bauherr zu mir und teilte mir mit, dass die Behörde sein Bauvorhaben gestoppt habe, da der Bagger beim Ausgraben auf ein antikes Römerschiff gestoßen sei. Zu diesem Zeitpunkt war leider schon der Bauvertrag unterschrieben und er musste nicht nur viel Geduld sondern auch gute Nerven mitbringen. Der Bauunternehmer machte Ausfallschäden geltend und die Archäologen sind auch nach 3 Monaten noch nicht mit den Ausgrabungen fertig.

Auch Altlasten können ein Bauvorhaben ins Wanken bringen, wenn diese erst während der Bauphase bekannt werden. Kostenintensiver Bodenaustausch hat schon zahlreiche Bauherren an den Rand der finanziellen Mittel gebracht.

Bringen Sie Ihr Bauvorhaben daher in ein ruhiges und sicheres Fahrwasser und beachten Sie folgende Kriterien:

Bei jedem Neubau wird ein Baugrundgutachten benötigt. Teilweise wird es auch von der Behörde gefordert. Die Untersuchung des Baugrundes muss bereits vor der Planung erfolgen, da die Beschaffenheit des Baugrundes einen entscheidenden Einfluss auf die Gebäudekonstruktion hat und die damit verbundenen Baukosten.

Ein Baugrundgutachten muss folgende Aussagen über den Untergrund liefern:

  • Wie hoch ist die Tragfähigkeit des Untergrundes?
  • Müssen kostenintensive Bodenverbesserungen vorgenommen werden?
  • Liegt die Gründung des Gebäudes unterhalb des zu erwartenden Grundwasserspiegels?
  • Wie hoch ist die Wasserbelastung der Gründungs- und Kellerbauteile?
  • Wie müssen die Gründungs- und Kellerbauteile abgedichtet werden?

Lassen Sie das Bodengutachten immer durch einen selbst beauftragten Bodengutachter einholen. Die von den Unternehmern gestellten Bodengutachten sind häufig nicht so unabhängig wie sie angeben.

Wichtig ist, dass die Reihenfolge eingehalten wird. Erst wenn das Bodengutachten vorliegt und der Unternehmer dieses Bodengutachten zur Grundlage seines Angebotes gemacht hat- und das MUSS in Ihrem Vertrag auch tatsächlich so stehen – dann hat er ein vollständiges Angebot abgegeben.

Hier geht es zu Meilenstein 1 – DER GRUNDSTÜCKSKAUF